Testberichte

Papyrus Autor 9 ist da – ein Testbericht

Ich habe mich lange dagegen gesperrt, eine Schreibsoftware zu verwenden, weil ich immer das Gefühl hatte, dass sie vom Schreiben eher ablenken. Nun, das ist falsch. Eine gute Schreibsoftware erleichtert nicht nur das Schreiben, sondern auch die Planung und Vorbereitung erheblich. Ich habe mich im Sommer für Papyrus Autor entschieden und arbeite seither jeden Tag damit – für alle Textformen: Buch, Drehbuch, Blogbeitrag, Anschreiben etc. Im Gegensatz zu anderen Schreibsoftwares ist Papyrus Autor nicht an allen Stellen selbst erklärend, das bedeutet, man muss am Anfang Zeit investieren, um zu sehen, wie man sie am besten nutzt. Was dabei hilft, ist die wunderbare Community im Papyrus Autor Online Forum.

Wenn man dann aber die Zeit investiert hat, kann man sich nicht mehr vorstellen, wie das Schreiben vorher war. Ich schreibe hauptberuflich, das bedeutet, mein tägliches Pensum liegt so um die 30 Normseiten, ohne die Überarbeitung bereits existierender. Dank Papyrus Autor fällt mir nicht nur die Stilüberarbeitung und Rechtschreibkorrektur viel leichter, sondern auch die Organisation des Schreibens. Der Prozess des Plottens, der kreativen Impulse und Ideen ist viel besser planbar – und vor allem ist alles in nur einer Anwendung miteinander verbunden. Unbezahlbar sind die Export Funktionen, die für meine eigenen Selfpublisher Projekte unglaublich hilfreich sind – egal ob in Amazons .mobi Format oder epub, als PDF mit interaktivem Inhaltsverzeichnis oder als simples Word-Dokument. Sogar Layoutfragen wie Fließtexte, Grafiken und die Vermeidung der berühmtem “Schusterjungen” und “Hurenkinder” übernimmt Papyrus Autor und wandelt mit nur einem Klick Seiten in Normseiten um. Papyrus Autor wurde mit Autoren für Autoren entwickelt – und das merkt an an vielen kleinen Stellen. Wie man Seitenzahlen zuweist etwa – wer das schon mal bei Word jenseits der automatischen Funktion versucht hat, weiß, dass das ein ziemlicher Krampf ist. Bei Papyrus Autor hat man sich über diese Details wirklich Gedanken gemacht.

Als gestern Morgen die E-Mail kam, dass die neue Papyrus Autor Version 9 verfügbar ist, bestellte ich sofort ein Update. Für 69,00 Euro, wenn man bereits eine ältere Version nutzt, sind viele tolle neue Funktionen drin, die ich natürlich sofort ausprobiert habe.

Als Erstes sticht das neue Design in das Auge. Bei der Entwicklung wurde ein gutes Maß zwischen dem Vertrauten und dem Aktuellen gefunden:

Richtige Balance zwischen Neu und Alt: Das Design von Papyrus Autor 9

Die echten Verbesserungen findet man in der Tiefe. Die neuesten Rechtschreibreformen sind ebenso enthalten rund 5000 neue Wörter wie “whatsappen” laut Angaben von Papyrus Autor.  Die neue Stilanalyse hat es mir sofort angetan. Hier wurde viel Zeit und Gedanken auf echte Optimierung verwendet, neben der dreistufigen Stilanalyse kann man jetzt auch Tipps für das Aufräumen, Umformulieren, Restrukturieren und sogar eine besondere Analyse für Geschäftsbriefe/Science nutzen.

Konsequent weiterentwickelt mit echtem Plus: Stilanalyse und Korrektur

Gerade im Bereich wissenschaftlichen Schreiben hinkte Papyrus Autor in der letzten Version noch so ein wenig hinterher – das scheint man jetzt aufholen zu wollen. Die überlangen Fußnoten, die man zum Beispiel bei geschichtlichen Arbeiten in Deutschland braucht, kann Papyrus immer noch nicht – aber ganz ehrlich: Da wäre ohnehin mal dringend eine Anpassung seitens der Universitäten an den internationalen Standard (Harvard Zitierweise) angebracht.

Meine Begeisterung für Papyrus Autor hat dazu geführt, dass auch einige meiner Kunden die Software nutzen – und hier finden sich in der Version 9 echte Verbesserungen: Nicht nur zeigt der Zeitstempel jetzt an, wann welcher Text von wem geschrieben wurde, auch Änderungen sind nachverfolgbar und Kommentare können Autoren zugewiesen werden. Richtig gut!

Viele bekannte Features, die Papyrus schon in den vorangegangenen Versionen wertvoll gemacht haben, etwa die Figuren- oder Ortedatenbank, die Möglichkeit, Geistertext anzuzeigen oder Notizzettel neben den Text zu heften, sind natürlich auch bei Version 9 wieder dabei.

Mit dem Zeitstrahl habe ich mich immer schwer getan. Mir fehlte es vermutlich einfach an Zeit und Nerven, um seine Nutzbarkeit zu verstehen, aber so richtig intuitiv war er in der 8.5er Version nicht. Daran hat man in Version 9 ordentlich gearbeitet und die Nutzung ist nun sehr viel selbsterklärender und einfacher einzusetzen. So kann man den Zeitpunkt eines Kapitels relativ oder absolut zur Geschichte anlegen und dementsprechend umsortieren. Im Bereich UX ein riesiger Fortschritt. Daumen hoch!

Der neue Zeitstrahl: Intuitiver und besser!

Auch am Denkbrett hat man ordentlich gefeilt. Man kann Ideen nun beliebig anlegen, miteinander und mit dem Text verbinden. Die Bedienung ist intuitiv, man muss nicht lange im Handbuch herumlesen, um zu verstehen, wie es geht und der Nutzen für die Vorbereitung einer Story ist riesig. Der Bildausschnitt hier bildet nur einen winzigen Prozentsatz der zahlreichen Möglichkeiten ab. Unbedingt selbst ausprobieren oder sich hier bei Papyrus selbst anschauen!

Das Denkbrett ist beliebig anpassbar und hat zahllose Möglichkeiten. Sehr gelungen!

 

Die größte Entwicklung aber ist das Organizer als “großer Bruder” des bereits bekannten Navigators. Hier fließen alle Teile des Projekts zusammen und können übersichtlich angelegt werden: Kapitel, Szenen, Figuren, Zeitstrahl, Stränge und Status. Die Zeit seit gestern war noch zu kurz, um das ganze Potenzial zu ermessen – doch ich weiß schon jetzt, dass meine Bücher bzw. die meiner Kunden davon enorm profitieren werden. Vieles von der kreativen Vorbereitung, die ich vorher noch in einzelnen Dokumenten oder tatsächlichen Notizbüchern erledigte, kann nun der Organizer übernehmen – und gleichzeitig kann ich die Entwicklung meiner Story ständig überwachen und verfeinern. Großartig!

Ganz neu: Der Organizer – ein mächtiges Tool

Der Organizer spielt alle dort angelegten Aspekte sofort in den Text zurück – da macht Plotten und Strukturieren richtig Spaß!

Story strukturieren mit dem Organizer: ein tolles Feature

Einziges Manko: Als ich ein Kapitel aus dem Organizer heraus anlegen und nummerieren wollte, kam der bereits bekannte Fehler, dass man die Überschrift 1 erst als Format festlegen muss. Darauf bin ich früher schon an verschiedenen Stellen gestoßen – gäbe es hier nicht die Möglichkeit, eine Default Einstellung festzulegen, die man bei Bedarf anpassen kann?

Kann man bestimmt noch verbessern: Default Einstellung für Stilformate im Organizer

Fazit: Die neue Papyrus Autor Version 9 bringt die Schreibsoftware auf ein ganz neues Level. Affordance und UX wurden konsequent weitergedacht und das verbessert nicht nur bekannte Features, sondern bringt auch ganz neue. In den Organizer habe ich mich sofort verliebt.

2 Replies to “Papyrus Autor 9 ist da – ein Testbericht”

  1. Tolle Information! Ich entdecke dieses Programm und bedanke mich für die Energie und Zeit, die SIE dafür investiert haben. Großartige Leistung! MERCI!

  2. Danke für die Informationen. Hab 8.5 und habe überlegt ob 9 notwendig ist. Aber der Bericht hat mich überzeugt. Es sind gravierende Verbesserungen. Ich werde nun auch auf 9 upgraden. Schön wäre noch wenn man das Program auf den verschiedenen Apple Geräten nutzen könnte. Wie z.Bsp. FinalDraft.

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