Buchrezensionen

Eine verdammt gute Ehefrau: “Die Freiheit der Emma Herwegh”

Oh, was habe ich mich auf diees Buch gefreut. Seit Februar liegt es da und wartet auf mich. Ich bin ihm immer wieder begegnet und wollte es so gerne lesen. An einem verregneten Herbstnachmittag mit Erkältung genau das Richtige. Kost für die Seele. Irgendetwas Erhebendes. Eine Frau, die die Schranken ihrer gesellschaftlichen Rolle überwindet. Leider …
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Buchrezensionen

Auf der Suche nach meinen Schwestern: “Die Sumpfschwimmerin” von Ulrike Gramann

Ostberlin, Ende der 1980er Jahre, eine eingeschlossene Stadt voller junger Menschen, die durch die Teilnahme an der Friedensbewegung Punkte sammeln für ihre Ausreise und mittendrin Inge, Anfang 30, die das Gefühl hat, ganz langsam zu ersticken, in dieser Stadt mit ihren Geheimnissen, mit ihren abgehörten Telefonen und Mauern, mit Menschen, die einander verraten. “Die Sumpfschwimmerin”, …
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Buchrezensionen

“Wähle dein eigenes Abenteuer” – Nathan Hill: Geister

Ich wollte dieses Buch nicht lesen, weil mich die dauerpräsente Werbung dazu störte. Überall gab es Anzeigen, Artikel und sogar Facebookwerbung. “Da wird ein Bestseller gemacht”, dachte ich und vermutlich ist das Budget zu Nathan Hill “Geister” auch exorbitant hoch. Obgleich ein Debütroman, wurde Nathan Hill sofort mit allen anderen großen Autoren des amerikanischen Gesellschaftsromans …
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Buchrezensionen

Was er nicht sieht: Gerhard Falkners “Romeo oder Julia”

Gerhard Falkners Roman “Romeo und Julia” hat seinen verdienten Platz auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2017 gefunden. Schon der Vorgänger “Apollokalypse” löste in allen Literaturfeuilletons Begeisterungsstürme aus und in der Tat machen auch bereits Cover und Klappentext von “Romeo oder Julia” große Leselust. Von einem “irrwitzigen Stalking” ist da die Rede, das seinen Anfang …
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Buchrezensionen

Die schmerzhafte Herrschaft der Väter: “Wir leben hier, seit wir geboren sind”

Es gibt sie, diese Bücher, diese Debüts, die mit aller Macht vor Augen führen, was Literatur vermag. Andreas Moster, der Autor von “Wir leben hier, seit wir geboren sind”, erschienen bei Bastei Lübbe, hat ein Buch geschrieben, das nur so flimmert vor Sprachgewalt und literarischer Kunst. Im Zentrum seiner Erzählung steht ein kleines Dorf, irgendwo, …
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Buchrezensionen

“Ein erzähltes Stück Leben”: Christine Lavant – Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus

Ein Gedichtband Rainer Maria Rilkes war es, der Christine Lavant zur Schriftstellerin, zur Dichterin machte. Als neuntes Kind einer armen Bergbauernfamilie, chronisch krank und schlecht gestellt, verliebt sie sich in das Schreiben und will doch eigentlich nicht so Recht als Dichterin erkannt werden, geht von Österreich in das Nachkriegsdeutschland, legt sich einen Künstlernamen zu und …
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