Die literarische Hebamme – aus Liebe zu Büchern

 Neue Rezensionen

Lincoln im Bardo von George Saunders

Lincoln im Bardo” sorgte bereits im letzten Jahr für Furore, als es als Debüt den Man Booker Prize gewann. Nun ist die deutsche Übersetzung bei Luchterhand erschienen und die Feuilletons überschlagen sich vor Begeisterung. Zu Recht, wie ich finde!

Das Buch behandelt ein reales Ereignis: Abraham Lincolns Sohn stirbt mit nur 11 Jahren, gerade als der Amerikanische Bürgerkrieg in seine heiße Phase eintritt und der Präsident betrauert ihn heftig. George Saunders erzählt die Geschichte durch einen Chor von Stimmen. Weiterlesen…

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Als James Baldwin “Go tell it on the mountain” 1953 veröffentlichte, war er noch keine 30. Der biografische Roman erzählt die Geschichte eines suchenden, schwarzen Jungens aus Harlem, der versucht, die Welt um sich zu begreifen. Da ist der Zorn des Vaters, die Scham der Mutter, da ist sein eigenes, homosexuelles Begehren und der Hass zwischen Weißen und Schwarzen. 1966 erschien das Buch unter dem Titel “Gehe hin und verkünde es vom Berge” beim Rowohlt Verlag und ist jetzt in neuer Übersetzung mit dem Titel “Von dieser Welt” bei dtv erschienen. Weiterlesen…

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Vor wenigen Tagen ist Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt” von Peter Stamm im S. Fischer Verlag erschienen und ich habe es an nur einem Nachmittag verschlungen. Peter Stamm schreibt eindringlich und klar, ohne Schnörkel und ohne Pathos. In seinem neuen Buch geht es um Identität und die Macht der Erinnerung.

Sind wir die Summe unserer Erinnerungen? Was aber, wenn unser Erinnerungen nur Geschichten sind, die wir uns über uns selbst erzählen und die mit der wirklichen Vergangenheit gar nichts zu tun haben? Weiterlesen…

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Als Jean Paul Sarte, Simone de Beauvoir mit Raymond Aron in Paris zusammensaßen und Aprikosencocktails schlürften, konnten sie nicht wissen, dass ihre Unterhaltung der Wegbereiter für eine neue Weltanschauung und ein Lebensgefühl sein würde. Der Existenzialismus prägte nicht nur das Verständnis von der Welt kurz vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg, er brachte eine eigene Mode (schwarze Rollkragen) und Musikvorlieben (Jazz) hervor. Jean Paul Sarte und Simone de Beauvoir wurden zu seinen Stars, so berühmt und umschwärmt wie Popstars. Weiterlesen…

Liv von Kevin Kuhn

Zwei Menschen, zwei Zeiten, in “Liv” erzählt Kevin Kuhn von zwei Menschen in unterschiedlichen Zeiten, die beide den Anbeginn einer “Neuen Zeit” erleben: Franz Frey im atemlosen Berlin 1928, der an einem Glücksrad eine Leica gewinnt und mit ihr den rauschenden Taumel der Stadt festhält, und die Israelin Liv, die in der Gegenwart vor dem israelischen Militärdienst flieht, in die Welt, nach Mexiko, in die USA und nach Neuseeland und dabei immer mehr Follower sammelt, für die sie ihr Leben bald ununterbrochen live streamt. Weiterlesen…

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Schon lange nicht mehr hat mich ein Roman so gut unterhalten wie der Debütroman der schwedischen Autorin Lina Wolff, der 2017 in deutscher Übersetzung erschienen ist. “Bret Easton Ellis und die anderen Hunde” spielt in Barcelona und erzählt die Geschichte der jungen Araceli, die mit ihrer Mutter in einer heruntergekommenen Altbauwohnung über der berühmten Schriftstellerin Alba Cambó lebt.  Sie ist berühmt für ihre Kurzgeschichten, in denen es ordentlich zur Sache geht – und zwar gegen die Männer. Weiterlesen…

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2017 darf man zu Recht als das Margaret Atwood Jahr bezeichnen. Nicht nur hat die Serienadaption von “Der Report der Magd” die Begeisterung für ihren Kultroman neu erweckt und mit “Alias Grace” gleich eine würdige Fortsetzung gefunden, die Grande Dame der kanadischen Literatur hat in diesem Jahr auch den Friedenspreis des deutschen Buchhandels gewonnen. Bereits Anfang des Jahres erschien “Hexensaat”, ihr aktueller Roman. Weiterlesen…

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Es gibt sie, diese Bücher, diese Debüts, die mit aller Macht vor Augen führen, was Literatur vermag. Andreas Moster, der Autor von “Wir leben hier, seit wir geboren sind”, erschienen bei Bastei Lübbe, hat ein Buch geschrieben, das nur so flimmert vor Sprachgewalt und literarischer Kunst. Im Zentrum seiner Erzählung steht ein kleines Dorf, irgendwo, irgendwann, in dem die Männer und der Kalkabbau herrschen. Weiterlesen…

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Ein Gedichtband Rainer Maria Rilkes war es, der Christine Lavant zur Schriftstellerin, zur Dichterin machte. Als neuntes Kind einer armen Bergbauernfamilie, chronisch krank und schlecht gestellt, verliebt sie sich in das Schreiben und will doch eigentlich nicht so Recht als Dichterin erkannt werden, geht von Österreich in das Nachkriegsdeutschland, legt sich einen Künstlernamen zu und verbietet gar einer befreundeten Klagenfurter Buchhändlerin, ihr Buch zu vertreiben. Weiterlesen…

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Deutschland, 1945, die Stunde “Null”. Zerbombte Städte, umherziehende Menschen und über allem die Frage: “Wie ist das möglich?” Michael Hansen ist Soldat der US-Army mit deutschen Wurzeln und bekommt den Auftrag, das Denken Wirken von Alfred Ploetz, einem Rassenhygieniker, zu untersuchen. Weiterlesen…

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Oh, was habe ich mich auf diees Buch gefreut. Seit Februar liegt es da und wartet auf mich. Ich bin ihm immer wieder begegnet und wollte es so gerne lesen. An einem verregneten Herbstnachmittag mit Erkältung genau das Richtige. Kost für die Seele. Irgendetwas Erhebendes. Eine Frau, die die Schranken ihrer gesellschaftlichen Rolle überwindet. Leider wurde nichts daraus. Weiterlesen…

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Daniel Kehlmann hat sich mit Tyll den berühmtesten deutschen Narren genommen und ihn in das Deutschland des 30jährigen Kriegs verlagert. Herausgekommen ist eine Geschichte über Gewalt, Politik und das Überleben in einer Welt, die im Chaos versinkt. Weiterlesen…

 

 

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Testberichte

Papyrus Autor 9 – ein Testbericht

Als gestern Morgen die E-Mail kam, dass die neue Papyrus Autor Version 9 verfügbar ist, bestellte ich sofort ein Update. Für 69,00 Euro, wenn man bereits eine ältere Version nutzt, sind viele tolle neue Funktionen drin, die ich natürlich sofort ausprobiert habe. Weiterlesen…

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Autorenleben

Ein Exposé zu verfassen, erfordert viel Sorgfalt

Wie man ein Exposé schreibt

Ein Exposé zu verfassen, ist häufig der Horror jedes Autors/jeder Autorin, dabei hält das Schreiben viele wertvolle Chancen bereit. Das Exposé entscheidet, ob sich der Lektor weiter mit dem Manuskript befasst, deshalb ist Sorgfalt geboten! Weiterlesen…

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Vom Schreiben leben – berufliche Absicherung für Autoren

Alle Autoren sind arm und leben im finanziellen Risiko? Das stimmt so nicht! Welche zusätzlichen Einnahmequellen außer Honoraren und Tantiemen und welche Möglichkeiten der beruflichen Absicherung es für Autoren zusätzlich gibt erfahrt ihr hier. Weiterlesen…

Über das Schreiben

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Der Fremde in meinem Kopf

Wenn ich Menschen von meinem Beruf erzähle, dann sind die Reaktionen meistens so, dass sie es interessant und aufregend finden und sogleich wissen möchten: “Was hast du denn schon alles geschrieben?” – Tja, wenn ich das preisgeben würde, wäre ich die längste Zeit Ghostwriterin gewesen. Weiterlesen…

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Die Sache mit dem roten Faden

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in meinem 1. Semester an der Universität meine erste Hausarbeit verfassen musste und, denn so hatte ich es ja in der Schule gelernt, einfach alles an Fakten und Informationen aufzählte, was ich zu dem Thema finden konnte. Weiterlesen…

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Durchblick im Genre Chaos

Gerade neue oder angehende Autoren haben oft zwar eine gute Idee im Kopf, sind sich aber, was das Genre angeht, nicht sicher beziehungsweise kennen die genrespezifischen Anforderungen nicht. Weiterlesen…

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6 Tipps, wie man Charaktere zum Leben erweckt

Bücher leben von ihren Charakteren. Je komplexer diese sind, je mehr sie aus der Masse herausragen, umso mehr bleiben sie in Erinnerung und binden Leser an eine Geschichte oder sogar eine ganze Romanreihe. Deshalb ist es wichtig, auf die Entwicklung von Figuren in einem Buch viel Zeit zu verwenden und auf die Suche nach Inspiration zu gehen. Als Schreiberling trage ich ohnehin immer ein Notizbuch bei mir und ein Handy lässt sich blitzschnell in ein Aufnahmegerät verwandeln. Weiterlesen…

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Geh auf Konfliktkurs! Der Konflikt als Schreibwerkzeug

In meinen Gesprächen mit angehenden Autoren fällt mir oft auf, dass diese sich in rein deskriptiven Erzählungen verlieren. Eines der einfachsten Mittel, um Spannung in eine Geschichte zu bringen, ist der Konflikt. Hier gibt es so viele Möglichkeiten und gleichzeitig wirkt ein Konflikt wie ein Motor für die gesamte Geschichte. Als Ghostwriter für Romane weiß ich, dass der Konflikt der Dreh- und Angelpunkt einer guten Geschichte ist. Weiterlesen…

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Buchcharakteren Namen geben: Diese Fehler machen viele Autoren

Mit unseren Buchcharakteren ist es so eine Sache. Erschaffen wir sie richtig, entwickeln sie allzubald ein Eigenleben, verhalten sich anders als geplant (aber eben stimmig zu ihrem Charakter) und manchmal macht es fast den Eindruck, als sei es schwer, sie einzufangen. Mir hilft es sehr, wenn ich auf kostenlosen Bild-Datenbanken Fotos von Menschen heraussuche, die meinen Charakter gut verkörpern. Weiterlesen…

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5 Tipps, wie man einen wirklich guten Dialog schreibt

Dialoge machen eine Geschichte lebendig und geben dem Leser das Gefühl, die Ereignisse hautnah zu erleben. Dialoge sind eine elegante Art, um verschiedene Aspekte zu vermitteln, etwa Einstellung und Überzeugungen der Sprechenden, ihre Beziehung untereinander, ihre Herkunft, ihren Charakter. Genau aus diesem Grund sind Dialoge so wichtig – bei Drehbüchern sogar noch mehr als bei Romanen. Weiterlesen…

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Symbole, Allegorien und Metaphern als narrative Werkzeuge

In meinen Gesprächen mit angehenden Autoren fällt mir oft auf, dass diese sich in rein deskriptiven Erzählungen verlieren. Eines der einfachsten Mittel, um Spannung in eine Geschichte zu bringen, ist der Konflikt. Hier gibt es so viele Möglichkeiten und gleichzeitig wirkt ein Konflikt wie ein Motor für die gesamte Geschichte. Als Ghostwriter für Romane weiß ich, dass der Konflikt der Dreh- und Angelpunkt einer guten Geschichte ist. Weiterlesen…

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5 grundlegende Tipps für gutes Schreiben

 

Es gibt eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird: Wie schreibt man eigentlich ein gutes Buch? Gibt es ein Erfolgsrezept? Nun, es gibt vielleicht nicht DIE EINE Erfolgsformel, aber ein paar wichtige Zutaten sind in jedem Fall notwendig, um ein gutes Buch zu schreiben. Die fünf wichtigsten Tipps für gutes Schreiben stelle ich hier vor: Weiterlesen…